Es ging schon damit los, dass Heike mich um 6:30 mit unangenehmen Nachrichten von zuhause anrief. Aber das muss hier nicht ausgebreitet werden.
Eigentlich begann der Tag sonst super. Die Nacht war erwartungsgemäß a…kalt aber die Standheizung hielt uns wohlig warm. Dafür waren Smørstabbreen und Fannaraken (siehe gestern) bei strahlend blauem Himmel von der Morgensonne perfekt in Szene gesetzt.
Nach Wäsche und Frühstück zog ich mit Pelin auf eine hier speziell markierte kurze Rundtour los. Eben diese Markierungen waren teilweise im Gegensatz zu den sonst üblichen roten T’s und den “Steinmännchen” (Steintürme) schwer auszumachen.
So geschah es, dass ich beim Suchen Pelin kurz aus den Augen ließ. Das nutzte sie, um einen toten Lemming aufzuspüren und an ihm herumzulecken. Paranoid wie ich bin und um ja keinen kranken Hund nachhause zu bringen, fuhr ich mit Pelin zum Tierarzt im nächsten Ort (44km). Der beruhigte mich. Zwar grassiere die sogenannte Hasenpest, die immer dann die Lemminge heimsucht wenn es zu viele werden. Für Hunde sei es nicht ansteckend …. aber für Menschen. Deswegen solle ich nicht aus Gebirgsbächen trinken da die Lemminge meist das Wasser aufsuchen, um zu verenden.
Wir also zurück ins Gebirge ins Leirungsdal über eine schmale mautpflichtige Stichstraße mitten ins Jotunheimen. Am Ende erwartet eine die komfortable Berghütte Leirvassbu. Diese liegt am Fuße der Kyrkja, einem markanten Berg. Obwohl er für Normalsterbliche machbar wäre, der Anblick lässt das nicht erahnen, ist er sicher nichts für Hunde. Also einen kleineren Hügel nebenan auserkohren und losgezogen. Kurz vor dessen Gipfel aber eine Geröllfeld mit grossen Felsen und vielen Spalten. Da ich heute beim Tierarzt schon einen Hund mit gebrochenem Bein gesehen hatte, wollte ich Pelin das Risiko nicht zumuten. So hat der Berg zwar gerufen aber gekriegt hat er uns nicht.
Zurück aus dem Tal und auf der Hauptstraße überholt mich ein roter Kleinwagen mit zu hoher Geschwindigkeit. Ehe ich noch darüber nachdenke was alles auf der sehr engen kurvigen Straße passieren könnte, steht die Karre hinter einer Kurve total demoliert halb im Graben.
Jetzt geht alles sehr schnell und es ist interessant was einem halbwegs vom Erste Hilfe Kurs vor über 20 Jahren einfällt. Unfallstelle absichern und Hilfe alarmieren. In der Zwischenzeit kommt noch jemand und andere beginnen den Verkehr zu regulieren. Und ich kümmere mich um die Insassen, ein junges Pärchen. Äußerlich nur ein paar Schrammen. Er ist ansprechbar und erzählt was von Überschlagen, ja so sieht der Wagen aus. Sie reagiert gar nicht, ist aber wach, blass und hat einen schnellen Puls. Scheint unter Schock zu stehen. Also habe ich beide herausgeholt. Zuerst Sie. Ich habe mal gehört, dass man Schockpatienten inzwischen nicht mehr hinlegen sondern setzen lassen sollte. Da sie stehen und gehen konnte habe ich sie zu einem Felsen gebracht und im Auto die Notfalldecke gegen Auskühlung geholt.
Dann ihr Partner. Er hat ziemlich geschrien und er deutete auf sein Bein. Wahrscheinlich gebrochen. Ich hebe ihn aus dem Auto und lege ihn stabil hin. Außerdem habe ich mit der Decke eines Passanten das Bein umpolsterst und abgestützt und den Helden der Landstraße mit der zweiten Wärmefolie zugedeckt.
Kurz darauf kamen auch Polizei und Notarzt. Scheinbar habe ich es nicht so schlecht gemacht. Ein extrem gutes Gefühl. Dann noch eine Aussage bei der Polizei und ich durfte weiterfahren, musste aber kurz darauf anhalten weil ich zu zittern begann. Wohl die Entladung der Anspannung.
Letztendlich bin ich dann noch zu einem Campingplatz, um morgen hoffentlich einen ruhigeren Tag zu starten.
Aber vielleicht ist so ein richtiger Ersthelferkurs mal wieder angebracht.
Ach ja, man mag denken, dass ich hier alleine im Busle lebe wie ein Schwein. Ich wasche mich täglich, fege den Bzs aus, räume alles immer weg und nehme regelmäßige Mahlzeiten zu mir. Ok, mein Brotkonsum ist hoch weil es fast drei mal täglich Brot gibt. Heute habe ich mir sogar Salat und Obst gekauft. Ich vermisse Manfreds Obstteller. Und ich vermisse Heikes Kreativität bei den Mahlzeiten.
Nein, ich bin nicht in Italien gelandet und ich spreche auch kein italienisch. Ich wollte hier nur mal ein wenig Kultur hineinbringen und ein wenig klugscheissen. Letztendlich bedeutet das “Neapel sehen und sterben” und ist eine Kurzgeschichte von Kurt Marti.
Was das mit Norwegen und dem heutigen Tag zu tun hat? Dazu später mehr.
Nachdem gestern auf dem Campingplatz noch ein “deutsches” WoMo knapp 1m neben mir eingeparkt hat, habe ich mich mal wieder für manche meiner Landsleute geschämt. Norweger erwarten auch auf freien Stellflächen mindestens 3m Abstand. Das haben die nunmal mit ihren “Vorgärten”. Also sollte man sich daran halten. Glücklicherweise haben die nach einer halben Stunde herumschreien von “Wo ist das Stromkabel” und “Nein, ich weiß nicht wo Deine Pantoffeln” sind Ruhe gegeben. Alleine aus den Dialogen hätte Loriot etwas gemacht.
Ich schlief dann doch ein aber beglückte meine Nachbarn am frühen Morgen mit meiner Schiebe- und Fahrertür. Selber schuld.
Um 7:30 machte ich mich auf den Weg ins Sognefjell, dem schönsten Teil des Jotunheimen Gebirges. Es war leider bewölkt aber da ich sowieso hier bleiben und das kommende schöne Wetter genießen wollte fuhr ich erstmal die Straße weiter nach Lom, dem Hauptort hier, um meine Vorräte aufzufrischen.
Danach zurück ins Gebirge und mit Blick auf Smørstabbreen und Fannaraken, zwei beeindruckende Gletscher, gegessen und gefaulenzt.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit kleineren Exkursionen, besser Spaziergängen, abseits der Straße.
Ich entschied hier oben bei erwarteten 3 Grad in der Nacht zu übernachten, um morgen weitere Touren und evtl. Eine Fahrt ins Leirdalen zu machen. Das war uns mit dem James Cook nie möglich, die Größe ist auf der Mautstrecke verboten.
Was hat es jetzt mit dem Zitat auf sich? Dieser Fleck hier oben im Gebirge ist für mich einer der schönsten Flecken die ich kenne. Und wenn ich einmal das Zeitige segnen sollte, dann wäre mein Wunsch ein letzter Blick auf dieses Gebirge ….. also hoffen wir, dass mich das Schicksal nicht im Winter ereilt denn dann ist hier oben alles meterhoch zugeschneit und die Straße gesperrt.
Warum das Zitat oben
Der Morgen begann früh aber mit angenehmem Wetter. Das sollte heute nicht immer so sein.
Also schnell gewaschen und ab auf die Hardangervidda. Dort durfte Pelin erst mal springen und Frühstück gab es auch erst oben.
Danach richteten wir uns für eine Miniwanderung von der Dyranut Hütte aus. Es ging zunächst auf dem Weg los auf dem Patricia während des ersten Norwegenurlaubs eine Schreiattacke startete. Sie war damals 6 Jahre alt und Matsch war in ihren Schuh gelaufen.
Aber das ist Geschichte. Wir machten also eine kleine Rundtour auf den Nybunuten. Muss man sich nicht merken.
Weiter ging es dann über Eidfjordan vielen uns bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei. Was für ein erhabenes Gefühl wenn man sagen kann, dass man alles kennt. Und schon nerven diese Touris ganz schnell
In Flåm lag gerade ein Kreuzfahrtschiff vor Anker und auf den längsten Straßentunnel danach verzichteten wir. Stattdessen nahmen wir den suehr engen Aufstieg des Aurlandsveg auf uns. Oben dann Winter mit Schneefeldern und teilweise zugefrorenen Seen. Wieder unten auf Meeresniveau dafür sonnig und warm. So einen Wechsel innerhalb 30 Minuten erlebt man nur hier.
Weiter nach Sogndal am
Zugehörigen Fjord. Einkaufen, Tanken und Weiterfahrt nach Skjolden zum Campingplatz.
Ein Tag mit wenig Autofahrt aber dafür draußen sein und die herrliche Landschaft genießen.
Naja, etwas übertrieben vielleicht aber die meisten Wissen, dass ich an dem Land einen Narren gefressen habe.
Aber der Reihe nach. Heute früh mekte ich, dass die alleinige Nutzung des Busses auch Vorteile hat. Man bewegt sich deutlich freier mit mehr Platz. Aber lieber hätten Pelin und ich weniger aber dafür Heike dabei.
Zu Pelins Köttbullar bei IKEA gab es gestern ein Brötchen das Dank Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern auch heute früh zum Frühstück …. ok war.
Und so ging es gestärkt weiter nach Norden u.a. durch Göteborg. Kurzvor der Grenze wollte ich noch tanken und geriet so zum Shoppingcenter Nordby das war trotz Sonntag offen und voller Menschen. Also kaufte ich gleich noch ein paar Sachen für die kommenden Tage.
Danach über die neue mautpflichtige Svinesundbrücke nach Norwegen. Aber oh Schreck, alle wurden zum Zoll umgeleitet und ich natürlich herausgewunken. Aber mit den Papieren, besonders Pelins war alles perfekt.
Gleich danach eine Pause und einen Krabbenwrap zum Mittag verputzt. Warum gibt es so etwas nicht bei uns? Ist aber vielleicht besser so.
Kurz vor Oslo dann ein erstes strassenbautechnisches Highlight. Dem Tunnel unter dem Oslofjord durch. Man spart sich damit einiges an Zeit und Strecke wenn man nach Südnorwegen will. Es geht 3km die ganze Zeit bergab und dann wieder hoch. Keine Ahnung wie tief der Tunnel ist.
Über Drammen und Kongsberg, beides sehenswerte Orte die wie schon kennen, ging es ins Noretal.
Hier waren wir noch nie, ein Fehler. Zwar sehr lieblich aber der Fluß Nore bietet auf der ganzen Strecke Abwechslung. Nach Uvdal dann endlich das Grinsen auf meinem Gesicht. Es ging steil nach oben und es erwartete uns Kahlfjell und Weite. Das habe ich gebraucht. Kurz auf 1100m Passhöhe gehalten und schon ging es nach Geilo wo wir unser Nachtlager aufschlugen.
Ich habe sogar etwas gebrutzelt. Aber wohl zu stark. Ich durfte danach die Küche von Fettspritzern reinigen.
Morgen geht es auf die Hardangervidda ein wenig die Beine vertreten.
Relativ spontan und entgegen meiner Gewohnheiten völlig unvorbereitet habe ich mich entschieden, mit Pelin nach Norwegen zu fahren. Leider ohne Heike. Denn erstens hat sie dieses Jahr nur noch 3 Wochen Urlaub während ich 7 nehmen muss und zweitens hat sie mit den Vorbereitungen der Konferenz des KSF alle Hände voll zu tun.
Also hätte sie keine Zeit für mich und ich würde sie nur ablenken.
Trotzdem war der Abschied heute früh tränenreich. Ich befürchte aber, dass es nur wegen Pelin war.
Also ging es ca. 7:45 los und mit den üblichen Zwischenstopps zum Mittagessen (auch für Pelin) bei IKEA Kassel und dem Outdoor Ausrüstungs-Update beim Globetrotter in Hamburg immer weiter nach Norden.
In Puttgarden kam ich ohne Wartezeit auf die Fähre nach Dänemark. Dort gab es wider Erwarten keine Grenzkontrolle. Also schnell weiter Richtung Kopenhagen und über die Øresundsbrücke nach Schweden. Um ca. 22:00 Uhr betraten wir das gelobte Land Nummer 2.
Eigentlich wollten wir am schönen Parkplatz gleich nach der Brücke schlafen aber das eindeutige Schild “maks 2 timer” lies uns schnell ernüchtern. Also ging es weiter Richtung Halden und auf einem Rastplatz auf dem Weg fanden wir dann unser Nachtlager ….. wie ungefähr 20 Wohnmobile und Wohnwagen mit uns.
Eigentlich sollte es heute direkt nach Volterra gehen aber Heike hatte sich so in ihre neue Bialetti Espresso-Zubereitungsmaschine verliebt, dass wir zunächst in entgegengesetzte Richtung fuhren, um einen speziellen Store von Bialetti zu besuchen. Wir fanden dort ein größeres Gerät und auch ein Behältnis, um Milchschaum zuzubereiten. Dem perfekten Cappuccino Genuss im VW Bus sollte also zukünftig nichts mehr im Wege stehen.
Von dort aus ging es dann wieder zurück an Siena vorbei, wieder, und bis nach Volterra. Alleine der Ausblick in die weite Landschaft lohnt sich von dort aus schon. Aber auch der Gedanke, in der ältesten Stadt Italiens zu schlendern ist nicht schlecht. Wir üblich sieht alles etwas heruntergekommen aus aber das gehört zum aufrechterhaltenen Bild das Touristen als den typischen Charme der Toskana sehen wollen. Hier in Volterra wirkt es aber irgendwie echter denn die lange Historie macht es authentischer. Das ganze wird dann vollends gekrönt von dem noch recht gut erhaltenen Amphitheater und dem Bad aus der Zeit der Römer. Aber vor ihnen waren schon die Etrusker hier.
Wir genehmigten uns ein Eis und Pelin mochte mal wieder Heikes Nocciola nicht. Mein “Crema” lag ihr viel mehr aber das ist in Heikes Augen ja auch “süßer Klebkram”. Ich sage dazu nur “lecker”
Schließlich ging es vom Berg auf dem Volterra thront hinunter an die Küste nach Cecine Mare. Und dort sind wir dann im Italien des Strandurlaubs. Anders als die Wein-, Genuss- und Kultur-Regionen der Toskana aber nicht schlechter. Alles eben zu seiner Zeit.
Heike weihte dort endlich ihre neuen Errungenschaften ein und servierte besagten perfekten Cappucino. Es ging dann noch mit Pelin an den Strand mit romantischem Sonnenuntergang. So können wir auch das Kapitel Meer in diesem Urlaub abhaken.
Morgen wird es wieder in Richtung Norden gehen. Für den Urlaubsabschluss stehen Pisa, Lucca, Vinci und evtl. Colloni auf dem Programm.
Wir entschieden uns heute zu einer Runde durch die Crete Sinesi und den Besuch der wichtigen Weinorte Montepulciano und Montalcino. Vorher ging es aber noch zum Kloster Abbadia di Monte Oliveto Maggiore (das musste ich abschreiben). Dieses ist eines der größten Klöster Italiens und wird noch von 40 Benediktinermönchen bewohnt.
Schlecht bloß, dass man relativ weit bergab gehen muss …… und nachher wieder hoch. Aber wir stellten uns vor, dass die Mönche das wohl ab und zu zur Buße auf Knien machen müssen und dann fiel es uns schon leichter.
Von dort aus ging es abenteuerlich auf Schotterpisten nach Montepulciano der Heimat des Vino Nobile. Diesen Wein haben wir schon getrunken und er gehört zu unseren Lieblingsweinen. Mit Patricia habe ich letztes Jahr in Florenz zum Abschluss unseres Wanderurlaubs eine Flasche geköpft. Seitdem mag sogar sie Wein.
Wir beließen es dieses mal bei einem Bummel durch den Ort. Hübsch und typisch toskanisch aber nicht unbedingt ein Muss. Also ging es weiter nach Montalcino. Der Heimat des Brunello. Wir erinnerten uns daran, dass uns Ernst vorgestern eine Flasche öffnen wollte und Romy das schon als Ritterschlag interpretierte. Wir lehnten ab, da wir zwar sehr gerne Wein trinken aber nicht die Experten sind, um das wirklich zu würdigen. Aber um uns ein Bild zu machen, kauften wir eine Flasche des Jahrgangs 2004. Dies soll einer der besseren Jahrgänge sein.
Zurück auf unserem Platz besorgten wir uns jeweils eine Pizza und öffneten die Flasche. Selbst wir als Laien mussten feststellen, dass wir etwas sehr edles gekauft hatten und die Pizza passte plötzlich überhaupt nicht mehr ins Gesamtkonzept. Trotzdem schmeckte alles hervorragend.
Wir spielten noch eine Partie Scrabble mit unseren iPads und gingen bald leicht besäuselt ins Bett. Nein, die Flasche war nicht leer aber den Urlaub sollte sie auch nicht überleben. Ganz im Gegenteil, Heike bereuhte schon, dass wir nicht mehr davon gekauft haben.
Wir waren von dem schönen Abend mit unseren schweizer Freunden ziemlich müde und so stand ich “erst” um 8:00 Uhr auf. Heike war nicht begeistert. Sie hätte liebend gerne noch länger geschlafen. Das dürfte sie natürlich aber sie fühlte sich dadurch zum Aufstehen gezwungen. Trotzdem gingen wir es langsam an.
Nach Frühstück und Aufräumarbeiten ging es dann Richtung Süden nach Siena. Wir erreichten es, wie schon gestern San Gimignano, dummerweise um die Mittagszeit. Trotzdem fanden wir an fast der gleichen Stelle einen Parkplatz wie vor vier Jahren. Damals sind wir kurz vor Sibilles Hochzeit noch kurz hierher gefahren. Damals hatten wir keine Zeit für den wirklich beeindruckenden Dom.
Ein imposantes Bauwerk. Und wenn man sieht zu was die Italiener einmal fähig waren, fragt man sich, wo diese Genialität geblieben ist. Es reicht halt nicht, auf immer und ewig von einer großen Vergangenheit zu zehren.
Aber egal, nach einer leckeren Stärkung fuhren wir weiter Richtung Süden. Aber jetzt kam der übliche Moment, an dem sich der Stress der letzten Arbeitswochen bemerkbar machte und seinen Tribut forderte. Wir haben deswegen den nächsten Campingplatz angesteuert und Heike hat sich ein Stündchen aufs Ohr gelegt.
Es zog auch noch ein Gewitter auf, das uns in der Entscheidung betätigte, dass es richtig war, für heute Schluss zu machen.
Wir verbrachten einen ruhigen Nachmittag mit Faulenzen, Spielen und Musik machen.
Morgen planen wir eine Runde über Montalcino, Montepulciano und die Crete Sinesi. Aber mal sehen, vielleicht machen wir auch etwas anderes. Hauptsache Ferien.
Es hatte heute Nacht geregnet und auch der Morgen war etwas feucht. Also ging es etwas klamm zum Waschhaus und mit Pelin auf die morgendliche Runde. Aber während der Abwesenheit besuchte uns der Osterhase und brachte etwas vorbei.
Wir wollten es gemütlich angehen und dehnten unser Frühstück und auch notwendige Umsortierungen aus. Wir fuhren dann über Greve in Chianti nach San Gimignano mit seinen typischen mittelalterlichen Türmen die die Macht der Familien dort symbolisieren sollten. Heute stellt man sich dazu nur noch teure Autos vor die Tür.
Die Kombination “kulturelles Highlight” und Ostern war nicht gut denn es war gerammelt voll. Trotzdem konnten wir das obligatorische preisgekrönte Eis dort geniessen. Pelin mochte Heikes Nocciola/Yogurt-Mischung nicht aber mit meiner Amarena/Caramel-Kombination konnte sie sich anfreunden. Etwas verwöhnt die Dame.
In der Zwischenzeit meldete sich Ernst und es stellte sich heraus, dass sie ein paar Kilometer von unserem Platz entfernt irgendwo in den Bergen einen Campingplatz entdeckt haben. Wir haben uns für den Abend verabredet. Also zurück zum Platz, noch etwas für den Abend vorbereitet und auf in die Berge.
Auf deren Campingplatz, der sehr schön in einem Naturpark liegt, gab es sogar freilaufende Lamas. Wir verbrachten einen sehr netten Abend mit Romy, Ernst und deren Freunden Irene und Thomas.
Zurück auf unserem Platz berichteten uns unsere Nachbarn, dass man fast unseren Platz vergeben hätte. Sie haben das dankenswerterweise verhindert.
Nachdem ich gestern durch Florenz gestapft bin während Heike in Doccione noch fleißig musizierte, stand heute Familienzusammenführung an. Da Heike um 9 Uhr losfahren wollte und so schätzungsweise um 10:30 in Florenz sein würde und ich noch etwas erledigen wollte, musste ich zeitig aufstehen. Und das obwohl meine Zimmernachbarn nachts um 1:30 irgendeine italienische Komödie lauthals “belachten”.
So bin ich also nochmal bei leicht regnerischem Wetter in die Stadt. Danach sollte es zum Bahnhof gehen, wo Heike mich einsammeln wollte. Aber zuerst kam ein Anruf, dass es 11:00 werden würde und etwas später ein kurzes “Wir haben einen Platten” bevor die Verbindung abbrach. Na gut, dachte ich, wir sind in Italien. Dort finden sich genügend Kavaliere die zwei Damen, eine davon recht jung und somit das typische Beuteschema unserer südlichen EU-Kollegen.
Nichts da, erst als beide selber den bei einem VW-Bus recht komplizierten Vorgang bravourös gemeistert hatten, hielt einer dieser sogenannten Kavaliere an. Was ist bloß aus diesem einst so stolzen Volk geworden, das mal die europäische Kultur beherrschte?
Die beiden Heldinnen kamen dann erst kurz nach 12 in Florenz an und ich tauschte den Platz mit Daniela, die, bevor sie mit dem Zug Richtung Heimat fahren wollte, noch einen florentiner Stadtbummel plante.
Wir sind dann erst mal den Massen in Florenz entflohen, um hoch Fiesole zu fahren. Berühmt für seine Ausgrabungen, Stichwort Stolzes Volk, und dem herrlichen Ausblick auf Florenz und die toskanischen Berge. Dann noch eine Pizza und schon steuerten wir den uns bereits bekannten Campingplatz südlich von Florenz an.
Heute sollte erstmal Gedanken und Auto sortieren an. Dort war es aber so voll, dass wir zunächst abgewiesen wurden. Aber das freundliche Zureden bei einem der Platzanweiser bewirkte Wunder. Nämlich das eines freien Stellplatzes für 2 Nächte. Außerdem hatte ich beim ersten Versuch per Zufall von weitem Ernst gesehen und war sicher, dass er und Romy sowie deren Freunde reserviert hatten. Und wir freuten uns schon auf einen netten Abend. Aber Pustekuchen. Als wir unseren Platz hatten, erfuhren wir, dass unsere schweizer Freunde wegen der Größe ihrer Gefährte Pech hatten und inzwischen auf einem anderen Campingplatz waren. Schade.
Und so ging es früh schlafen, um Kraft für die kommende Woche zu tanken.









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